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Review/Interpol: The trail of Dr. Chaos: Gruseliger Grafik-Graus

Die Xbox 360 beeindruckt mit nahezu fotorealistischer Grafik. Jedenfalls fast immer. Ein Downloadtitel beweist nun, dass die Next-Gen-Konsole schlechtere Grafik als die deutlich leistungsschwächere Nintendo Wii haben kann.

Jedes Kind hat schon einmal davon geträumt, ein Privat-Detektiv zu sein und Videospiele können Kindheitsträume oft erfüllen. Etwa das Spiel „Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf“ für den Nintendo DS weckt den Spürsinn und führt den Spieler durch eine gleichermaßen wundervolle wie wundersame Welt. Noch klassischer vertritt das Suchspiel „Where in the world is Carmen Sandiego?“ das Detektiv-Genre. Hier hangelt man sich von Beweis zu Beweis über die ganze Welt, um den Täter zu stellen.

Augenkrebs

„Interpol: The trail of Dr. Chaos“ für die Xbox 360 nimmt sich „Where in the world is Carmen Sandiego?“ als Vorbild und versucht die Spielidee in die aktuelle Konsolengeneration zu portieren. Leider mangelt es dem Spiel sowohl an Evolution wie auch Innovation. So klickt man uniinspiriert auf Standbildern herum und sucht unter Zeitlimit Beweise. Findet man etwas nicht, kann man eine Hilfe dazuschalten, die einem die Lösung direkt angibt: Gähn! In „Professor Layton“ sind die Hinweise wenigstens noch echte Hinweise und offenbaren des Rätsels-Lösung nicht so evident.

Von Spielspaß kann keine Rede sein: bereits nach drei Sekunden hat man keine Lust mehr. Action stellt sich nämlich zu keinem Zeitpunkt ein, auch nicht, wenn die Uhr nur noch wenige Sekunden anzeigt. Allein die Zeit, wie lange man das Spiel aushält bis man es wieder ausmacht, kann annähernd mit dem Begriff der Spannung umschrieben werden.

Auf dem Nintendo DS oder der Wii wäre dank der Bewegungssteuerung eventuell noch ein Fünkchen Spaß aufgekommen. Aber mit dem Analogstick des Xbox-Controllers einen Pfeil zu bewegen ist einfach nur ermüdend.

Noch schlimmer ist die Grafik. Die Standbilder sind ein echter Schlag ins Gesicht und man möchte es kaum glauben, dass man sich im Jahr 2009 befindet. Auch wenn die Xbox eine Videoausgabe in Full HD (1920×1080 Pixel) beherrscht, die Designer scheinen die Bilder in 640×480 (VGA) abgespeichert zu haben. So wirken sie wie ein einziger Farbbrei. Die Optik ist so schlimm, dass man gar nicht in der Lage ist manche Gegenstände zu erkennen. Die Lupe, eigentlich als Hilfswerkzeug gedacht, verschlimmert das Ganze noch, denn aufgezoomt erkennt man dann fast gar nichts mehr. Auch sind die Bilder noch nicht einmal bildschirmfüllend in 16:9, sondern von einem Rahmen in pseudo-Agenten-Ästhetik umgeben.


Abseits der Norm

Für dieses Videospiel-Verbrechen sind die Kalifornier von „TikGames“ verantwortlich. Ihr Slogan lautetet: „Escape the norm“. Und dass haben sie wirklich geschafft: Das Spiel sieht übel aus, es ist sterbenslangweilig und die wenigsten werden es ein zweites Mal anmachen – es grenzt an einer Frechheit, was die Entwickler hier dem Spieler zumuten. Es bleibt für mich auch ein Rätsel, wie „TikGames“ es geschafft hat, die Restriktionen von Microsoft zu erfüllen, dass das Spiel auf Xbox Live Arcade angeboten werden darf. Auch PC-Nutzer können auf die Jagd nach Dr. Chaos gehen, müssen dafür aber knapp 20 US-Dollar berappen. Wer sich das freiwillig antut, dem ist nicht mehr zu helfen. Für die Xbox kostet es 800 Microsoft Points (etwa 12 Euro).

Es gibt ja Menschen, die sich gerne selber quälen und ihre Grenzen austesten. All diese können bedenkenlos zugreifen. Für alle anderen gilt: Finger weg von diesem Schund!

Bild-Quelle: Mobygames.com


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Ein Kommentar

  1. Meute schrieb:

    Hab gut gelacht…

    Samstag, 31. Januar 2009 um 04:40 | Permalink

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