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Technik-Tipps: Jedes Pixel zählt

Die Wii-Konsole verkauft sich derzeit blendend und lässt die leistungsstärkere Konkurrenz locker hinter sich. Die Grafik reißt keinen vom Hocker, die Konsole punktet viel mehr durch Spielspaß. Mit etwas Hintergrundwissen kann man die Bildausgabe aber verbessern.

Konsolen betrieb man in der Vergangenheit ausschließlich an einer „Flimmerkiste“. Die mittlerweile betagten Röhrenfernseher arbeiten nämlich noch mit dem Zeilensprungverfahren (Halbbilder, kurz i für interlaced), welches Bandbreite bei der Fernsehübertragung einspart und im Zusammenspiel mit der hier üblichen Bildwechselfrequenz von 50Hz das charakteristische Flimmern verursacht.

Voll und schön

Die Xbox 360 von Microsoft und die Playstation 3 von Sony können im Gegensatz zur Wii Bilder in HD-Qualität ausgeben. Das machen sie progressiv (mit Vollbildern, kurz p für progressiv) mit einer Auflösung von bis zu 1920×1080 Pixel. Am Röhrenfernseher funktioniert die HD-Ausgabe bis auf kleine Ausnahmen nicht, denn diese arbeiten meist mit der Auflösung 720x576i. Diese wird oft fälschlicherweise als PAL-Auflösung bezeichnet. PAL ist aber das Farbcodierverfahren beim analogen Fernsehen in unseren Gefilden.

Im Gegensatz zu ihren Konkurrenten, kann die Wii Videosignale nur analog übertragen. Um in den Genuss von Vollbildern zu kommen, schließt man sie über ein Komponentenkabel an einen Flachbildfernseher oder Videoprojektor an. Nur gibt die Wii im Vollbildmodus in 16:9 die nicht weit verbreitete Auflösung 852×480 aus. Diese entspricht nahezu exakt dem Seitenverhältnis 16:9. Denn teilt man die 16 durch die 9 kommt man auf den Wert 1,775. Teilt man wiederum die erste Zahl der Wii-Auflösung durch die zweite, kommt man auf ein Verhältnis von 1,777. Also gibt die Wii nahezu eine native (nativ bedeutet, dass der Bildschirm 1:1 die Pixel ausgibt, die er zugespielt bekommt) 16:9-Auflösung aus.

Der Elektronikfachhandel „Conrad“ bietet auf seiner Internetseite den „Epson EMP-DM1“ an, der eben genau diese Auflösung beherrscht. Jedenfalls fast. Er hat zwei Bildpunkte mehr und kommt somit auf 854×480 Pixel. Aber das können selbst Technik-Nerds verschmerzen, oder? Praktisch: Der Projektor wird direkt im Bundle mit der Wii-Konsole angeboten und hat zusätzlich einen DVD-Player eingebaut, der auch das beliebte DivX-Format unterstützt. Der Beamer scheint wie für die Wii gemacht zu sein, selbst Farbgebung von Projektor und Konsole passen perfekt zueinander.

Man sollte aber beachten, dass die Sensorbar der Wii, diese ist nötig für die Bewegungssteuerung, nur über ein kurzes Kabel verfügt und beim Betrieb mit einem Beamer oft nicht bis zur Projektionsfläche reicht. Sie können entweder mit einem Batterieclip einen 9V-Block an die Sensorbar hängen oder sie kaufen eine ohne Kabel.

Noch schöner?

Das Problem von LCD- und Plasmafernsehern ist ihre feste Auflösung. Aktuelle Fernseher bieten meist Full HD mit 1920x1080p. Liegt eine abweichende Auflösung, in diesem Fall eigentlich immer eine niedrigere, vor, muss das Bild skaliert werden. Dies geschieht über Interpolation. Hier werden fehlende Pixel künstlich erzeugt und dazugerechnet. Dies hat oft den Nachtteil, dass das skalierte Bild verwaschen aussieht.

Die Skalierungsarbeit übernehmen sogenannte Hardware Scaler, die in den Endgeräten verbaut werden. Zu den bekanntesten zählen die Chips vom Heimkinospezialisten „Faroudja„. In handelsüblichen Fernsehern oder Projektoren arbeiten meist minderwertige Scaler. Einige A/V-Receiver haben aber „Faroudja“-Chips eingebaut. So geben die Heimkino-Verstärker nicht nur den Ton an die Boxen weiter, sondern können auch das Bild qualitativ aufwerten und an ein Full-HD-Display weitergeben. Solche Profi-Scaler-Chips können aber schnell mehrere hundert oder sogar tausend Euro kosten. Ob sich das lohnt, muss jeder selbst entscheiden.


Ja, wie denn nun?

Für Qualitäts-Fanatiker gibt es also zwei Möglichkeiten: entweder sie spielen das Bild nativ ein, wenn sie über ein geeignetes Display mit der korrekten Auflösung verfügen und genießen eine Pixel-für-Pixel-Darstellung oder sie provozieren eine Skalierung, um das Bild zu verbessern, müssen dann aber auch kräftig draufzahlen. Aber natürlich kann man mit der Wii auch an der betagten Flimmerkiste mächtig Spaß haben.

Bild-Quelle: Conrad.de


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3 Kommentare

  1. 1upmushroom schrieb:

    Coole Anleitung, wirklich, aber ich glaube, der Aufwand lohnt sich eigentlich nicht. Ich bin nicht so der grafikversessene Spieler – solange der Spielspaß da ist und die Grafik nicht absolut potthässlich ist, ist für mich alles in Ordnung.

    Sonntag, 18. Januar 2009 um 13:49 | Permalink
  2. Pepstar schrieb:

    Wenn man mit seinem Beamer nicht nur Wii Zocken will, sondern auch mal den einen oder andere Streifen drauf gucken möchte, ist der Beamer, gerade was Zukunftsperspektiven angeht meiner Meinung nach der absolute Fehlkauf…… Wenn man aber die Bestmögliche Quali aus dem Wii rausholen möchte, und einem alles andere komplett egal ist, so kann man bei dem Paket nicht viel falsch machen.

    Sonntag, 18. Januar 2009 um 15:19 | Permalink
  3. Eindeutig das perfekte Gerät…

    für die Wii, aber auch für das Heimkinovergnügen. Zumindest für all jene die, sei es aus Kostengründen (noch) nicht auf Blu-Ray umgestiegen sind, oder die Enthusiasten unter den Film-Genießenden, die Ihre DVD-Sammlung stetig ausbauen und diesen Standard mit hohem Kontrast und brillanten Farben wiedergeben möchten.

    Ich denke auch der ein oder andere Freiberufler mit Präsentationsverpflichtung könnte ernsthaft über die Anschaffung nachdenken, denn als einer der wenigen Projektoren in dieser Preisklasse und dieser Ausstattung verfügt der Epson EMP-DM1 über einen VGA-Throughput, d.h. das Signal wird unverändert weitergereicht, was es ermöglicht einen Kontrollmonitor nachzuschalten, so dass der Präsentationsgeber sich nicht zwangsweise im selben Raum, bzw. in Sichtweite des Projektorbildes befinden muss.

    Das Lautsprecher ebenfalls verbaut sind, so dass man das Gerät auch (ausnahmsweise…) im Kinderzimmer nutzen kann um den Sprößlingen bei Geburtstagen ein bischen Kino-Atmosphäre zu verschaffen, sollte nicht unerwähnt bleiben.

    Auch für den ambitionierten, jedoch finanziell etwas gebeutelten, Schüler, Studenten oder Azubi, welcher eine kompakte und zufriedenstellende Lösung anstrebt, sollte dieser auf 3-LCD-Technik produzierte Projektor (vielleicht nicht das beste, aber zumindest) eine gute Wahl darstellen.

    Meiner persönlichen Ansicht nach eindeutig der einzige empfehlenswerte Beamer in der Preisklasse bis 700€.

    Leider bietet Conrad Electronic, den Beamer nur im Bundle mit der Wii an. Was für ‚bereits Wii-Spieler‘ zwangsläufig bedeutet, sie haben letztendlich entweder 2 Wii, oder verkaufen Nintendos beigelegte Konsole mit zu erwartendem Verlust weiter.

    Schade, aber wer weiss: Womöglich liest jemand in entsprechender Position diesen Artikel und beherzigt die Beliebtheitsbekundungen um die Angebotsgestaltung des Elektronik-Händlers zu optimieren?

    Liebe Grüsse,

    sowie mit Anerkennung gegenüber der Themenwahl auf ‚elektrokirmes‘, verbleibend…

    Claudius Raphael Paeth, A3lyphe

    Sonntag, 18. Januar 2009 um 17:25 | Permalink

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