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Spieleflut 2009 – vierter Teil: Let’s Tap

Als Konsole für Gelegenheitsspieler ist die Wii von Minispiel-Sammlungen schier überflutet. Ein weiteres, „Let’s Tap“, erregt aber Aufsehen, wird es doch mit Hilfe eines Pappkartons gesteuert.

Klopfen und Trommeln um ein Spiel zu steuern? Hm, das gab es doch schon einmal. Ja. Nämlich beim dreiteiligen Musikspiel „Donkey Konga“ und dem Jump´n´Run „Donkey Kong Jungle Beat“ für den Nintendo Gamecube, die über einen Bongo-Controller gesteuert werden. „Let’s Tap“ von den Sonic-Erfindern der Prope Studios verzichtet aber auf einen extra Controller und lässt die Böden von Pappkartons erbeben.

Tap, tap, tap…

Praktischerweise liegt dieser dem Spiel gleich bei und man kann sofort loslegen. Wii-Fernbedienung mit dem Steuerkreuz nach unten drauf legen, kalibrieren und los gehts. Die Fernbedienung reagiert dabei sehr empfindlich, selbst kleinste Erschütterungen werden registriert.

Es stehen vier Minispiele zur Auswahl. Beim Wettlauf lässt man den Spielcharakter durch leichtes Trommeln schneller laufen, macht man dies konstant, bekommt man einen Extra-Boost. Hindernisse, wie etwa Hürden, weicht man durch springen aus. Dafür schlägt man einfach etwas fester auf den Karton. Im Spielverlauf werden die Level immer komplexer und sich bewegende Level-Elemente und unter Strom gesetzte Barrieren versperren dem Spieler den Weg. Zum Ziel kommt man aber nicht über einen festgelegten Weg, es gibt auch alternative Routen. Am Wettlauf können bis zu vier Spieler teilnehmen. Das Spielgefühl erinnert frappierend an „Donkey Kong Jungle Beat“.

Finger-Trommel-Profi

Auch bei dem Musikspiel denkt man sich nach wenigen Sekunden: Das kenne ich doch irgendwo her. In aktuellen Musikspielen, wie etwa „Guitar Hero„, ist man es gewohnt, dass die Noten von oben nach unten laufen. Bei „Let’s Tap“ laufen sie hingegen von rechts nach links, genau wie bei „Donkey Konga“. Die Noten muss man im richtigen Moment anschlagen, je nach Ausehen fester oder lockerer. Es gibt auch Staccato-Noten, hier hämmert man einige Sekunden so schnell wie möglich auf den Karton ein und kassiert extra Punkte, was mit einem Jubelschrei aus dem Lautsprecher der Fernbedienung belohnt wird.

Das funktioniert sehr gut, man wird das Gefühl aber nicht los, dass Ganze schon einmal gespielt zu haben. Trotzdem macht es eine Menge Spaß, vor allem, wenn man mit mehren Leuten, die dann jeweils andere Instrumente übernehmen, los trommelt.

Da es bis jetzt nur die japanische Version als Import zu kaufen gibt, ist die Song-Auswahl für Europäer eher gewöhnungsbedürftig. Ob Sega den Japan-Pop durch andere Lieder ersetzen wird, ist noch nicht bekannt.

Ballon Kid

Im dritten Minispiel fliegt man durch zufallsgenerierte futuristische Level. Durch Klopfen fliegt man höher, macht man nichts, sinkt man wieder ab. Starkes Klopfen löst den Abschuss einer Rakete aus. Die Energie zum Fliegen wird unten rechts angezeigt. Berührt man ein Hindernis oder einen Feind, verliert man Energie, fliegt man zu lange ohne Zwischenlandung auf speziellen Landepads oder Energie einzusammeln, stirbt man.

Das Spielprinzip des Fliegens und Ausweichens erinnert stark an das Gameboy-Spiel „Ballon Kid“.

Block für Block

In erster Linie baut man im Block-Minispiel nach und nach einen Turm ab, ohne diesen einstürzen zu lassen. Dafür wählt man durch Trommeln einen Block aus, durch vorsichtiges Klopfen, löst man diesen dann heraus. Es gibt drei Spielmodi. Im zweiten zählen auch die Farben der Blöcke. Löst man drei gleichfarbige heraus, ergibt dies Bronze. Löst man nochmal drei gleichfarbige heraus, ergibt dass dann Silber. Diamant ist dann die letzte Stufe. Beim Race-Modus treten bis zu vier Spieler an, wer als Erstes einen Diamant macht, hat gewonnen.


Trance und gut

Der Visualizer ist eigentlich kein Spiel. Vielmehr mutet er wie eine interaktive Kunstinstallation an. Hier lässt man etwa durch Klopfen Feuerwerksraketen starten, zeichnet in verschiedenen Stilen oder lässt die Wasseroberfläche erzittern.

Auf den ersten Blick wirkt „Let’s Tap“ revolutionär. Die Minispiele und die Steuerung sind frisch, bei genauerem Hinsehen gab es das aber alles schon einmal. Die Steuerung funktioniert eigentlich sehr gut, man muss aber immer darauf achten, dass die Wii-Fernbedienung nicht auf dem Karton verrutscht oder gar herunter fällt. Der Karton sollte also immer auf einer festen ebenen Oberfläche stehen. Gemütliches Hinfletzen aufs Sofa und den Karton locker auf den Knien abzulegen ist also nicht drin. Bei einem Partyspiel eigentlich schade.

Trotz der Kritik muss man der Kreativität der Entwickler Tribut zollen. „Let’s Tap“ ist ein in sich stimmiges Spiel, dass vor allem mit mehreren Leuten richtig Spaß macht.

Das Spiel wurde von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) noch nicht eingestuft und soll im Sommer 2009 erscheinen. Ein Preis ist noch nicht bekannt.

Im nächsten Teil der Übersicht: Gewalt auf der Wii: Das Splatter-Abenteuer „MadWorld“, das Actionspiel „Sin and Punishment 2“, das Boxspiel „Punch-Out!!“ und das Monster Abenteuer „Monster Hunter 3“.

Bild-Quelle: Sega PressVault

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