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Review/The House of the Dead: Overkill: Zombies schlachten mit Retro-Faktor

Begleitet von harten Sprüchen, Griesel-Optik und grooviger Musik knipst man den Zombies in „The House of the Dead: Overkill“ für die Wii das Licht aus. Dank neuer Elemente in der Spielmechanik, wechselbarer Waffen und stimmigem Trash-Ambiente wird der neue Teil zum wahren Splatterfest.

Schluss mit lustig: „The House of the Dead: Overkill“ ist mit seinen umherfliegenden Körperteilen und Blutfontänen nichts für zarte Gemüter. Wie in den alten Teilen steuert man in dem On-Rail Shooter nur das Fadenkreuz, die Figur bewegt sich von alleine. Neuerdings kann man aber durch Zielen auf den Bildschirmrand den Blickwinkel etwas anpassen, so sind etwa Items besser einzusammeln.

Inspieriert von Tarantino und Co.

Die Grafik-Engine wurde komplett überarbeitet und die Optik sieht für Wii-Verhältnisse sehr hübsch aus. Die Entwickler von Headstrong Games spielen gekonnt mit Licht- und Tiefenschärfe-Effekten. Das Ganze wird von einem Filter überzogen, der der Grafik einen alten flackernden Film-Look beschert. Die Inspiration holte man sich vom Quentin-Tarantino-Film „Death Proof„, der in Amerika im Doppelpack mit dem Zombie-Slasher „Planet Terror“ von Robert Rodrigues unter dem Namen „Grindhouse“ lief. Der Begriff Grindhouse umschreibt US-Kinos aus den 70er-Jahren, die sich auf Trash-Filme (B-Movies) im Doppelpack spezialisiert hatten.

Hauptdarsteller Agent G und sein Partner Detective Washington sind zudem an John Travolta und Samuel Jackson aus „Pulp Fiction“ angelehnt. Das Zusammenspiel der Figuren wirkt dynamisch und verhilft dem Stil des Spiels zu noch mehr Stringenz.

Conver-fucking-sation

Der Griesel-Look mit rauschendem Ton  wurde perfekt in das Spiel portiert, aber auch inhaltliche Merkmale des Genres wie etwa harte Sprüche, eine trashige Handlung und der hohe Gewaltfaktor sind in „The House of the Dead: Overkill“ zu Genüge vertreten.

In sieben Levels, die jeweils wie eine Film-Episode aufgemacht sind, kämpft man sich mit Agent G, von seinem Partner abwertend Agent Gwendolyn genannt, durch die Zombiehorden. Aufgrund der überzeichneten Handlung und den nicht ganz ernstzunehmenden Charakteren wirkt die Story zwar sehr hanebüchen, motiviert aber wesentlich mehr, als in den Vorgängern.

Finger am Trigger

Neuerdings kann man zwei Waffen bei sich tragen und levelt diese gegen Bezahlung auf. Neu in der Spielmechanik ist auch das Combo-System. Trifft man viele Zombies in Reihe, ohne danebenzuschießen oder getroffen zu werden, bekommt man einen saftigen Punktebonus. Leider überfordert die Grafik-Enginge die Wii und es kommt oft zu Rucklern, durch die man dann eine Combo verreißt. Im Spielverlauf schießt man für Extra-Punkte auch goldene Gehirne ab und versetzt über das Treffen eines grünlich schimmernden Items die Umgebung und den eigenen Charakter in Zeitlupe. So platziert man dann effizienter Kopfschüsse, aber auch andere Körperteile lassen sich durch gezielten Beschuss abtrennen.

Am Ende jeder Episode steht ein Bosskampf an. Bei den Kreaturen handelt es sich um mutierte Supergenies oder riesige groteske Mütter, die am Ende des Kampfes eine Geburt rückwärtsverlaufen lassen. Die Kämpfe sind toll inszeniert und fühlen sich leichter an als in den Vorgängern. Das Spiel dauert aber wesentlich länger. Brauchte man in den anderen Teilen im Schnitt etwa eine Stunde, können es im aktuellen Teil schoneinmal vier werden.

Es lohnt sich aber auf jeden Fall lange dran zu bleiben, denn man kann eine Menge freispielen, wie etwa neue Spielmodi, Songs, Grafiken und 3D-Modelle. Ärgerlich: Im freigespielten Directors Cut kommen in den Levels neue Areale hinzu, leider muss man aber auch wieder alle Waffen neu kaufen und aufrüsten.

In drei Minispielen tritt man mit bis zu vier Leuten beim Luftgewehrschießen an, wehrt sich auf Zeit gegen einen Zombiemassenansturm oder rettet Zivilisten. Nicht bahnbrechend, aber trotzdem kurzweilig spaßig.

Mmh, Gehiiiiirne…

Zombies fressen Gehirne. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn dieses Spiel genießt man am besten ohne. Durch die stringente Grindhouse-Inszenierung, das neue Combo-System und die Möglichkeit im Spiel die Waffen aufzuleveln und zu wechseln, gewinnt „The House of the Dead: Overkill“ einiges an Spieltiefe und sollte nebst passendem Pistolenaufsatz für die Wii-Fernbedienung in keiner Spiele-Sammlung fehlen.

Trotzdem sollte man es nur in Maßen genießen, denn gerade Detective Washington mit seiner extrem vulgären Sprache und einige Story-Elemente, wie etwa die oben angesprochene Geburt, könnten selbst hartgesottene Naturen abschrecken.

Aufgrund der hohen Gewaltdarstellung hat Publisher Sega das Spiel erst gar nicht bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eingereicht. Es kann aber problemlos aus dem europäischen Ausland importiert werden. Das Spiel hat englische Sprachausgabe, die Bildschirmtexte sind aber vereinzelt auch in deutsch. „The House of the Dead: Overkill“ sollte aber unbedingt von Kindern fern gehalten werden, da diese mit der Gewalt und der Überzeichnung von Story und Charakteren nicht umgehen können.

Bild-Quelle: Sega PressVault


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