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Review/Wheelman: Auf Achse mit Vin Diesel

Rasen, Schießen, Infiltrieren: Vin Diesel gibt von Explosionen umringt in schnellen Autos Vollgas und taucht dabei tief in Barcelonas-Verbrechermilieu ein, rammt feindliche Wagen in den Straßengraben und springt von Auto zu Auto. Das spielt sich dynamisch, irgendwie wird man aber das Gefühl nicht los, alles schon einmal gesehen zu haben.

Vin Diesel ist mittlerweile ein echter Videospielstar: Der Action-Shooter „The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay“ war ein echter Überaschungshit, der Nachfolger „The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena“ ist ein Remake mit vielen neuen Missionen und soll am 23.04.2009 erscheinen. Bis dahin macht er als CIA-Agent „Urlaub“ in Barcelona.

Ideenklau

Warum sollte man sich immer alles selber ausdenken, wenn da draußen schon so viele tolle Ideen existieren? Genau das müssen sich die „Wheelman„-Entwickler von Midway gedacht haben. Das Spiel sieht dem Action-Epos „Grand Theft Auto IV“ nicht nur sehr ähnlich, es spielt sich auch nahezu identisch: Man läuft durch eine frei begehbare Stadt, kann sich alle Fahrzeuge unter den Nagel reißen und erledigt Aufträge im Verbrechermilieu. Meist fährt man dabei von A nach B, legt jemanden um oder soll bestimmte Fahrzeugtypen besorgen. Das Ganze ist in eine hanebüchene Hauptstory eingebettet, deren Nebenmissionen noch langweiliger sind, aber das Fahrzeug mit Erweiterungen aufwerten.

Steigt man in ein Auto, wird man vom nächsten Déjà-vu übermannt: Das fühlt sich ja fast so an wie der Action-Raser „Burnout„. Denn während man mit einem Affentempo durch die Stadt prescht, muss man Gegner solange rammen, bis sie mit einem Totalschaden auf der Strecke bleiben. In „Wheelman“ kommen noch spezielle Rammtechniken dazu. Bewegt man den rechten Analog-Stick auf dem Controller nach rechts, links oder vorne, führt das Gefährt einen Satz aus und rammt Widersacher effektiver. Mit ein wenig Übung lässt man so die Gegner effektvoll an den Häuserwänden zerschellen.

Gut geklaut?

Die Entwickler haben zwar die Ideen für „Wheelman“ zusammengeklaut, aber doch recht stimmig in Einklang gebracht. So versprüht das Spiel pure Action und es kommt sogar ein wenig Hollywood-Atmosphäre auf, denn die Verfolgungsjagden haben es wirklich in sich. Man rast durch enge Gassen, zündet auf einer Geraden den Turbo und kann während der Fahrt über einen waghalsigen Sprung aus dem Auto andere Fahrzeuge kapern. Das Spielelement geht aber auch nicht auf Midways-Konto, Eidos führte es bereits beim Actionspiel „Just Cause“ ein.

Über die Fokus-Anzeige, die sich auffüllt, wenn man besonders rabiat fährt, schaltet man während der Fahrt in einen Zeitlupenmodus. Entweder um Gegner vor sich zu erledigen oder um hinten in Ruhe aufzuräumen. Während der kurzen Zeitlupen-Sequenz zieht Vin Diesel seine Pistole und die Schwachstellen der Autos werden markiert – gezielter Beschuss lässt sie sofort explodieren. Leider ist die Steuerung dabei sehr hakelig.

Das Spielgefühl bei „Wheelman“ fühlt sich flüssig und actionreich an. Leider ist die Geschichte extrem langweilig und die Grafik durchwachsen. Die Charakter-Modelle sind ziemlich unansehnlich, die komplett zerlegbaren Autos sehen aber super aus. Zwar kommt die Unreal-Engine, die eigentlich auf kleine 3D-Shooter-Level optimiert ist, mit der offenen Welt gut klar, stimmige Optik kommt aber nur während der Verfolgungsjagden auf.

Am Ende …

bleibt ein solider und kurzweiliger Action-Titel, der niemanden aus den Socken hauen dürfte. Wheelman bedient sich in der Spielmechanik zwar fleißig an aktuellen Hits, dies aber so stimmig zusammengestellt, dass der Kreativ-Diebstahl den Spaß nicht zu schmälern vermag. Man wird aber das Gefühl nicht los, dass, wenn Vin Diesel nicht das Aushängeschild wäre, der Titel komplett untergehen würde.

„Wheelman“ wurde von der Unterhaltungsselbstkontrolle Selbstkontrolle (USK) für Kinder ab 12 Jahre vorgesehen. Die Xbox-360- und Playstation-3-Version kosten etwa 60 Euro. PC-Spieler rasen schon ab etwa 50 Euro.

Bild-Quelle: Ubisoft Presse-Server


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