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Review/Sonic und der Schwarze Ritter: Sonic schwingt das Schwert

Segas blauer Turbo-Igel wird zum Ritter geschlagen und räumt in Arthus-Tafelrunde auf. Seine bisherigen 3D-Ausflüge waren eher durchwachsen, auch dieser Teil ist keine Ausnahme: Vom alten 2D-Igel ist nicht mehr viel übrig, man düst zwar immer noch (meistens) mit High-Speed durch die Level, neue Spielelemente dürften Fans aber sauer aufstoßen. Aber nach einer halben Stunde Spielen, fällt einem eh der Arm ab.



Im aktuellen „Sonic und der Schwarze Ritter“ für die Wii düst man mit dem Igel durchs Mittelalter und lässt das Schwert kreisen. Früher war Sonic nur mit seinen Stacheln bewaffnet, die aber bei den gepanzerten Rittern der Tafelrunde wirkungslos wären. Und da die Wii über Bewegungen gesteuert wird, liegt die Schwertsteuerung in der Hand.

Laufen, schütteln, springen, schütteln

In einem Sonic-Spiel wird gelaufen. Immer. Ab und an springt man und läuft dann weiter. Im Ritter-Klopper muss man neben Laufen und Springen noch das Schwert schwingen. Dabei ist es egal, in welche Richtung man den Controller schwingt, Sonic führt Zufallls-Schläge aus. Das fühlt sich unbefriedigend an und geht schon nach wenigen Minuten extrem auf den Arm. Zündet man am Boden oder in der Luft mit dem B-Knopf die Spezialattacke, werden die Gegner anvisiert und man schüttelt auf ein Neues. Und da Sonic-Spiele immer schnell sind, schüttelt man den Controller eigentlich fast die ganze Zeit in den meist nur wenigen Minuten andauernden Levels.

Anders und nervig

In den Missionen muss man etwa nur das Ziel erreichen oder einen Endgegner platt machen. Einige Abschnitte verlangen die Abgabe einer gewissen Anzahl von Ringen an die Bewohner. Die nehmen die Zahlung aber erst in Empfang, wenn alle Gegner im Umfeld tot sind. Um die Ringe abzutreten muss man dann oft zurück laufen und stehenbleiben – zurück laufen und stehen bleiben, in einem Sonic-Spiel! – um sie dann in einem Quick-Time-Event (auf dem Bildschirm blinken verschiedene Controller-Eingaben auf, die man ausführen muss) abzugeben. Das bremst den Spielablauf ungemein. Oft ist auch gar nicht klar, was man eigentlich machen muss, um ein Level erfolgreich abzuschließen und die Zusammensetzung der Bewertung am Endes eines Abschnittes lässt sich nicht nachvollziehen.

Die Endgegnerkämpfe sind lau und besitzen keinerlei taktische Tiefe – Schütteln und Springen genügt.

Nervig ist vor allem die lahme Beschleunigung des Igels. Am Anfang bewegt er sich wie in Zeitlupe, an einem Hügel kommt man erst gar nicht in Gang. Seltsam sind auch die Unmengen an Gegenständen, die man nach und nach freischaltet. Das Einzige was man mit ihnen machen kann, ist sie online Freunden zu schenken. Hmm.

Ganz anders die Inszenierung: Das Spiel sieht für Wii-Verhältnisse super aus, das Menüdesign sticht positiv ins Auge und die Musik rockt. Man kann eine Menge freispielen, unter anderem Fan-Zeichnungen von Sonic-Liebhabern. Im Wi-fi-Modus platziert man sich in einer Weltrangliste. Online gegeneinander spielen kann man leider nicht, jedoch offline mit bis zu vier Leuten. In den Modis kämpft man entweder unter verschiedenen Spielregeln gegeneinander oder legt sich zusammen mit Riesen-Rittern an.

Der blaue Igel muss pusten

Nach dem katastrophalen „Sonic Unleashed“ sollte der rasende Igel mal auf den Seitenstreifen gewunken werde. Junge Spieler und Nicht-Sonic-Kenner können aber durchaus mit dem kurzweiligen Geschwindigkeits- und-Schüttel-Trip ihren Spaß haben. Wie man Sonic gekonnt vom gewohnten Speed-Spielprinzip ablösen kann, zeigen die Rollenspielexperten von BioWare („Mass Effect“) in „Sonic Chronicles: The Dark Brotherhood“ für den Nintendo DS.

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle hat dem Spiel das „ab 12 Jahre“-Siegel verpasst. „Sonic und der schwarze Ritter“ für die Wii kostet etwa 45 Euro.

Bild-Quelle: Sega PressVault

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