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Review/Bionic Commando: Der Typ mit dem Super-Arm

Lieber Arm dran, als Arm ab. Nathan Spencer hat nur einen Arm aus Fleisch und Blut, ist aber trotzdem glücklich, denn dank neuester Technik verfügt er über einen zweiten bionischen Arm. Mit diesem Powerarm schwingt er sich durch Häuserschluchten, wirbelt Gegner durch die Luft und haut richtig auf den Putz. Das “Bionic Commando”-Remake spielt sich leider nicht so dynamisch wie gewünscht, nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kommt man mit der Schwungmechanik aber einigermaßen zurecht.

Bionic Commando“ erschien bereits 1987 für das NES. Eigentlich hieß das Spiel in Japan „Top Secret: Hitler no Fukkatsu“. Man musste als bionischer Elitesoldat den Bau einer Nazi-Geheimwaffe verhindern, die Generalissimo Killt unter Zuhilfenahme eines wiedererweckten Adlof Hitler bauen wollte. Die Zensur machte dem Ganzen aber zumindest in den USA und Europa einen Strich durch die Rechnung: Aus dem Spieltitel wurde „Bionic Commando“, aus Hitler Master-D und aus den Hakenkreuzen Adlersymbole.

Schwingen für Fortgeschrittene

Menschen mit bionischen Zusätzen haben es nicht leicht. Nathans Kollegen verurteilen ihn aufgrund eines früheren Vorfalls und bringen ihn lebenslänglich hinter Gitter. Als dann aber eine Terror-Organisation auftaucht und Ascension City mit einer Bombe verstrahlt, holt Offizier Super Joe Nathan aus dem Knast und die Action kann beginnen.

Anfangs befindet man sich in den Hochhausschluchten der verstrahlten Stadt. Mit dem Greifarm kann man alles anvisieren, was nicht weiter als 20 Meter entfernt ist und sich daran festklammern. So schwingt man sich durch Ascension City muss aber aufpassen, dass man nicht in einen Abgrund stürzt oder in verstrahlten Abschnitten landet, was gewöhnlich den sofortigen Bildschirmtod zur Folge hat. Anfangs stirbt man tausend Tode, die Schwungmechanik ist nicht einfach zu erlernen und es klappt erst mit viel Übung.

Im späteren Spielverlauf kann man auch Gegenstände, wie etwa Autos, greifen und durch die Luft wirbeln um Gegner platt zu machen. Das macht Laune und gleicht die mauen Schießduelle mit Hakel-Steuerung wieder etwas aus. Im weiteren Spielverlauf schwingt man sich unter anderem noch durch einen Wald und einen Canyon. Im Canyon geht es dann richtig ab und der Schwierigkeitgrad zieht nochmal kräftig an.

„Bionic Commando“ hat einen sehr hohen Frustfaktor; oft will man das Gamepad einfach nur gegen die Wand donnern. Dazu trägt auch die Kamera immens bei, die man für jede Aktion manuell ausrichten muss. Vor allem, wenn man sich etwa an einer Häuserkante hochzieht, setzt die Kamera das Geschehen sehr unvorteilhaft in Szene und man verliert häufig die Orientierung.

Schwankende Optik

Die Grafik sieht eigentlich ganz hübsch aus: die Weitsicht ist hoch, das Ambiente passend und abwechslungsreich. Wäre da nicht dass allgegenwärtige Kantenflimmern, die häufigen Zeilenverschiebungen und Framerate-Einbrüche. Die Entwickler haben es auch etwas mit dem Tiefenunschärfe-Effekt übertrieben.

„Bionic Commando“ für Xbox 360, Playstation 3 und den PC ist nur etwas für frust-resistente Zocker, da der Schwierigkeitgrad knackig ist und die Schwungmechanik einiges an Einarbeitungszeit verlangt. Das Spiel fühlt sich meistens undynamisch an, der Hauptcharakter wirkt blass und die Story mau. Nimmt man sich etwas Zeit für das Spiel, erwartet einen dennoch ein solides Actionspiel, das aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt – die Entwickler haben viel Potential verschenkt. Das Potential blitzt aber immer mal wieder auf, gerade bei den Schwung-Kämpfen gegen Hubschrauber.

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle hat „Bionic Commando“ das „keine Jugendfreigabe“-Siegel verpasst und es kostet für die Konsolen etwa 55. Für den PC soll es am 30.09.2009 erscheinen und etwa 35 Euro kosten.

Bilder-Quelle: Capcom Europe Press Center


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3 Kommentare

  1. Diablo schrieb:

    Das Seilschwingen sieht bissel wie eine Mischung aus Tarzan und Spiderman aus 😉

    Für 35 Euro könnte ich drüber nachdenken, mir die PC-Version zu besorgen. Allerdings erscheint bald schon Prototype, was ich dann doch bevorzugen würde.

    Montag, 25. Mai 2009 um 00:56 | Permalink
  2. Tobi Tobsen schrieb:

    Man man, das Spiel sieht Teilweise wie Zone of the Enders aus!

    Absolut nur für Leute zu empfehlen die zZ nichts besseres zu Zocken haben…

    Montag, 25. Mai 2009 um 14:11 | Permalink
  3. Meutecee schrieb:

    Tja, schade wegen dem hohen Frustfaktor. Naja, zumindest aollten Lizenzspiele ala „Spiderman“ sich mal eine Scheibe von der Präsentation und Atmosphäre abschneiden.

    Freitag, 29. Mai 2009 um 07:25 | Permalink

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