Sumpfsuppe, Emanzen und ein besoffener Wolf: Der neue Simon-the-Sorcerer-Teil setzt wie immer auf skurrilen Humor und bietet solide Adventure-Kost im Monkey-Island-Stil. Der Humor dürfte aber nicht jedem passen, American Pie lässt grüßen. Zudem ist die Geschichte wenig kreativ.
Point-and-Click-Adventures waren in den Neunzigern ganz groß in Mode. Die Humor- und Rätsel-Experten von Lucas Arts haben sich aber bereits eine ganze Weile aus dem Genre zurückgezogen. 1993 trat dann die Simon-the-Sorcerer-Reihe auf den Plan, die bis heute ähnlich skurrile Rätsel und Dialoge bietet. Auch der aktuelle Teil “Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt?” für den PC ist keine Ausnahme, auch wenn die Alien-Story arg bei den Haaren herbeigezogen wirkt.
Klischee-Humor meets groteske Märchenwelt
Der jugendliche Zauberer Simon ist mittlerweile erwachsener geworden, zumindest lässt das sein soziales Umfeld vermuten. Er hat sich mit seiner Freundin Alix zur Ruhe gesetzt und führt eine echte Klischee-Beziehung: Er verkörpert den unordentlichen Typen mit exorbitantem Pizza-Hunger und Hang zu grobem Unfug. Sie verbietet ihm hingegen alles was Spaß macht und triezt ihn mit einer Ohrfeigenmaschine, wenn er wie so oft Blödsinn angestellt hat.
Dieser Klischee-Humor verbindet sich mit anstößigen Witzen im American-Pie-Stil, was sicher nicht jedermanns Sache ist. Die serien-typisch skurrilen Charaktere, wie etwa Rotkäppchen als Emanze oder der Sauflieder gröhlende Wolf, sind da um einiges lustiger. Auch Seitenhiebe gegen die Popkultur, etwa in Form eines Videos von Simons Freundin, welches dem Zauberer zu hart für YouTube erscheint, zünden da schon besser.
Lückenfüller: Alien
Die Story ist leider weniger kreativ: Aliens fallen in die Märchenwelt ein und entführen Simons Freundin. Gähn! Diese sehe zudem extrem lächerlich aus und staksen grunzend durch die Levelabschnitte. Das passt nicht so wirklich in die Simon-typische Märchenwelt-Satire.
Auch wenn die Story enttäuscht, die Rätsel machen weitestgehend Spaß. So schminkt man etwa Krabben, rasiert Maulwürfe und belebt tote Wissenschaftler mit Hilfe einer Voodoo-Puppe wieder. Oft muss man aber ziemlich um die Ecke denken, um auf die Lösung zu kommen. So ertappt man sich immer wieder dabei, dass man einfach alle Gegenstände im Inventar miteinander kombiniert, bis es dann irgendwann klappt oder auch nicht. Kommt man damit auch nicht mehr weiter, ruft man das dreistufige Hilfesystem auf.
Bildschirmzauber
Die Grafik wirkt comichaft und ist in 3D gehalten. Die Hintergründe und Charakter-Modelle sind schick, die Animationen leider zu abgehackt und die Gespräche laufen nicht wirklich lippensynchron ab. Auf Breitbild-Bildschirmen kommt es zu Darstellungs-Problemen: Aus der Seitenansicht gibt es nichts zu bemängeln, schaltet das Spiel aber in eine Zwischensequenz, muss man mit schwarzen Balken, die links und rechts auftauchen, leben.
Die Stimmen der Charaktere sind meist passend gewählt und die Sprecher wirken motiviert. Die Musik hingegen plätschert leicht vor sich hin. Sogar so leicht, dass man sie kaum bemerkt.
“Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt?” ist kein Brüller und kommt keineswegs an die Klasse des ersten oder zweiten Teils heran. Adventure-Freaks werden aber bestimmt auf ihre Kosten kommen, denn das von Lucas Arts gewohnte Adventure-Ambiente wird zeitweise schön eingefangen. Für Neulinge hält der Titel etwas weniger Spaß-Potential bereit, viele Witze versteht man nur, wenn man bereits die vorigen Teile gespielt hat.
“Simon the Sorcerer: Wer will schon Kontakt?” wurde von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle für Kinder ab 12 Jahre eingestuft. Das Spiel erscheint nur auf dem PC und kostet etwa 40 Euro.
Bilder-Quelle: www.the-games-company.com















Ein Kommentar
Die Serie konnte mich von Anfang an überhaupt nicht begeistern, …
Einen Kommentar schreiben