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Technik-Tipps: Toshiba ZV555D: Mit den richtigen Einstellungen zum Kino-Genuss

Full-HD-Fernseher mit großen Bildschirmdiagonalen liegen voll im Trend. Ärgerlich, dass (fast) alle Fernsehsender noch in Standard-Qualität (SD) senden. Die Displays entfalten ihr volles Potential also erst bei der Zuspielung von einem Blu ray-Player. Toshiba will mit der „Resolution+“-Technologie der ZV-Serie SD-Signale in HD umwandeln. So ganz klappt das nicht, das Ergebnis kann sich aber dennoch sehen lassen. Und dank den richtigen Bildeinstellungen, protzt das  Toshiba-Display mit realistischen Farben und einer butterweichen Filmwiedergabe und dies zu einem vergleichsweise günstigen Preis.

Als Stellvertreter von Toshibas ZV-Serie auf LCD-Basis, die RV-Serie bietet die gleiche Displaytechnik bis auf die „Resolution+“-Technik, dient hier der 42ZV555D mit Full-HD-Auflösung. Ab und an taucht das Modell noch mit einem G am Ende das Namens auf, das bezeichnet aber nicht ein anderes Modell, sondern steht lediglich für Germany.

107cm-Prachtbild. Aber nicht von Anfang an …

Die Werkseinstellungen des Displays sorgen beim ersten Einschalten schnell für Ernüchterung: Ein flaues Bild mit einem extremen Rotstich ärgert die Augen. In den Tiefen des Menüs lässt sich aber einiges regeln und mit ein wenig Zeit und einem Blu Ray-Referenz-Film, in diesem Fall „Baraka„, für die Kalibrierung, kommt im Nu echtes Kino-Feeling auf.

Der User „shattentor“ aus dem aus dem hifi-forum.de-Forum hat sich intensiv mit dem Display auseinandergesetzt und seine favorisierten Einstellungen gepostet – vielen Dank dafür:

3D Color Management: aus
Active Backlight: ein
Auto Contrast: aus
MPEG Rauschreduz. aus
DNR aus

Panellhelligkeit: 50
Kontrast: 85
Helligkeit: 45
Farbe: 50
Farbton: 0
Schärfe: -5
Schwarz/Weiss Level: aus
Kino Modus: ein
Filmstabilisierung: sanft
100 Hz: ein
Farbtemperatur: Kalt, Rot: -10

[Update: Nach dem Langzeittest und den Full-HD-Testbildern der Audio- und Video-Experten von Burosch verändern sich folgende Werte:

Panelhelligkeit: 35

Helligkeit: 65

Farbe: 45

Schärfe: -15

Die Helligkeitswerte verbessern den Schwarzwert und die Farben wirken nicht ganz so knallig – der Kino-Look wird erhöht. Die Absenkung der Schärfe vermeidet zudem Doppelkonturen. Auch ist es zu empfehlen, beim Fernseh schauen die MPEG Rauschreduzierung und den DNR auszuschalten, da sonst die Schärfung durch Resolution+ nahezu aufgehoben wird.]

Diese Werte sind jedem 42ZV555D-Besitzer ans Herz zu legen, da die Farben und der Schwarzwert so optimal zur Geltung kommen. Ergänzend dazu empfiehlt es sich tagsüber, den Auto Contrast einzuschalten, da das Bild sonst zu dunkel wirkt. Im DVB-T-Betrieb ist es zudem sinnig, die MPEG Rauschreduz. auf mittel und DNR auf auto zu stellen. Da DVB-T mit einer sehr geringen Datenrate sendet, bilden sich oft Artefakte (Klötzchenbildung). Die Einstellungen dämpfen dies etwas ab. Mal davon abgesehen, dass man über DVB-T kein wirklich vernünftiges Bild bekommt. Eine digitale Satelliten-Zuspielung ist hier wesentlich hübscher anzusehen, hier bekommt das Auge nahezu DVD-Qualität serviert.

In Szenen mit viel Kontrast wirkt etwa das Schwarz von Anzügen extrem knackig. In einer allgemein dunklen Szene, etwa in einem Horror-Film, wirkt das Bild aber sehr flau: das Schwarz wirkt mehr gräulich als schwarz. Hier arbeitet die Plasma-Technik immer noch effizienter, der aber neuerdings der Rang in punkto Schwarzwert von der LED-Technik streitig gemacht wird.

Xbox 360 und Playstation 3 erstrahlen perfekt auf dem Display. Man sollte aber darauf achten, dass man den Spiele-Modus aktivert hat. So sind nämlich alle Bildverbesserungs-Techniken deaktiviert, was beim spielen sehr wichtig ist. Die Verbesserungen kosten nämlich immer wenige millisekunden Berechnungszeit und etwa bei dem Musikspiel  „Guitar Hero“ sind Controller-Eingaben und Bild nicht mehr synchron – bei einem Rhythmus-Spiel fatal. Natürlich muss man im Spiele-Modus für eine optimale Farbwiedergabe abermals die oben genannten Werte anpassen.

Sound wie aus einem Topf

Konstruktionsbedingt haben Flachbildfernseher sogenannte Slim-Lautsprecher verbaut. Tiefe Töne sind aber nur mit einem großen Volumen realisierbar, so verkommt etwa das Gröhlen des T-Rex in „Jurassic Park“ zu einem hohlen Grunzen. Zwar kann man einen Subwoofer direkt an den Fernseher anschließen, eine Heimkinoanlage ist aber immer noch das Optimum. Die Grundeinstellungen des Toshibas vermatschen aber auch die Mitten und Höhen extrem. Hat man keine Heimkinoanlage, fährt man mit folgenden Einstellungen wesentlich besser:

Bass -25
Höhen +50
Balance 0
WOW: SRS an, FOCUS an, TruBass hoch
Aut. Lautstärkeanpassung aus
Bassverstärker.Int. ein
Bassverst. Laust. 70

Der Ton wird so entmufft und klingt etwas räumlicher, ohne dass das Stereo-Bild zerstört wird. Wunder sollte man aber nicht erwarten.

Hex, Hex: Aus SD wird HD

Zauberei ist die „Resolution“+-Technik nicht und auch das Ergebnis kann nicht wirklich verzaubern. Das Bild des integrierten DVB-T-Tuners wird damit aber schon eine Ecke schärfer, was sich aber größtenteils nur an Schriften oder den Senderlogos feststellen lässt. Die Technik wird in fünf Stufen geregelt. Übertreiben sollte man es aber nicht, am besten fährt man mit Stufe drei. Höhere Werte führen zu einer Überstrahlung der Ränder, etwa Schriften bekommen so eine Doppelkontur.

Die „Resolution+“-Technik spielt ihre Muskeln erst bei höheren Datenraten aus, wie etwa von einer DVD. Dort werden feine Details besser herausgearbeitet. Aber auch die Spielkonsole Wii von Nintendo profitiert sehr von der Technik. Ist sie aktiviert, ist es fast so, als würde man einen milchigen Schleier vor dem Bild wegziehen. Echte Wunder sollte man aber auch hier nicht erwarten.

Echtes Kino-Feeling zu einem moderaten Preis

Der Toshiba 42ZV555D ist mittlerweile für etwa 800 Euro zu haben. Da der Fernseher auch die 100Hz-Technik, die künstliche Zwischenbilder für mehr Details bei schnellen Bewegungen berechnet, etwa bei einem Fußballspiel, berherrscht und auch Videosignale in 24p, Kinofilme werden in 24p (24 Vollbilder die Sekunde) gedreht, annimmt, kann man hier schon von einem echten Schnäppchen sprechen.

Die 24p-Wiedergabe funktioniert einwandfrei, wobei es bei der Filmstabilisierungs-Einstellung sanft in manchen Szenen schon etwas zu flüssig wirkt. Das Computerfachmagazin c’t betitelte dieses Phänomen als „Soap-Effekt“. Dieser äußert sich darin, das sich bewegte Objekte wie ausgeschnitten vor dem Hintergrund bewegen – eben wie in einer billig produzierten Daily-Soap. Diese Bewertung ist aber sehr subjektiv, hier muss jeder selbst entscheiden, wie er das Bild lieber mag. Trotz der sanft-Einstellung tauchen immer noch vereinzelte Mini-Ruckler auf. Gut zu sehen auf der „Baraka“-Blu ray, immer wenn es zu längeren Kamerafahrten kommt, wie etwa um den Vulkan.

Auch die 100Hz-Technik arbeitet nicht ganz fehlerfrei: Sind im Bild viele Feinstdetails, wie etwa Wüstensand oder filigrane Strukturen,  zu sehen, kommt es ab und an zu einem ruckligen Flirren der Objekte. Das ähnelt am ehesten dem von Röhrenfernsehern bekannten Moirée-Effekt, wenn karierte Hemden anfangen zu flackern.

Für manchde ist sicherlich der Lüfter, der immer konstant vor sich hin summt, nervig. Man hört ihn aber wirklich nur in extrem leisen Filmpassagen – im Fernsehalltag fällt er kaum auf. Kurios: Ab und an springt er auch an, wenn der Fernseher sich im Standby-Betrieb befindet.

Trotzdem kommt mit den obigen Bildeinstellungen echtes Kino-Feeling in der Stube auf und endlich kann man Filme so genießen, wie es die Macher vorgesehen haben. Man sollte nur darauf achten, dass der LCD-Fernseher in die Schrankwand passt, denn 107cm-Bildschirmdiagonale sind kein Pappenstiel. Eine Formel aus der Nachrichtentechnik besagt, dass der Abstand zum Fernseher bei HD-Material mindestens das dreifache der Bildschirmdiagonale betragen soll. Bei SD-Material ist es hingegen das sechsfache.

Bildquelle: www-toshiba.de


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