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Review/Indiana Jones und der Stab der Könige: Versteckter Schatz

Die Bewegungssteuerung der Wii wird oft überbewertet. So auch bei „Indiana Jones und der Stab der Könige“. Die Steuerung fällt umfangreich aus, im Kampfalltag reicht es aber die Wii-Fernbedienung einfach irgendwie zu schütteln. Stellenweise kommt dank der Peitsche trotzdem ein bisschen Indy-Atmosphäre auf und ein freischaltbares Extra stellt das komplette Spiel in den Schatten.

Die frühen Adventures, etwa „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“, waren grandios. 1999 wanderte Indy dann in die dritte Dimension und erstmals konnte man ihn aus der Third-Person-Ansicht in einem Action Adventure begleiten. „Indiana Jones und der Turm von Babel“ war an „Tomb Raider“ angelehnt und hinterließ zwiegespaltene Meinungen: Die Stimmung passte oft, aber zu häufig ballerte Indy mit der Pistole herum, was untypisch für ihn ist, und die Steuerung war zudem ziemlich träge.

Schwing die Bullenpeitsche

Das Wii-Abenteuer schlägt in die gleiche Genre-Kerbe und endlich wird auch die Peitsche im Kampf benutzt. In einem drögen Tutorial lernt man die Steuerung, die zwischen verschiedenen Schlag- und Peitschen-Varianten unterscheidet. Leider ist die Bewegungserkennung ungenau und es reicht, wenn man die Wii-Fenrbedienung im Kampf wild umher schüttelt.

Mit der Peitsche kann man etwa Feinde an sich heranziehen und ihnen dann eins drauf geben. Auch die Umgebung bringt Abwechslung in das Kampfgeschehen. Objekte, wie etwa ein Schuppen, bringt man mit der Peitsche zum Einsturz oder man wirft Feinde in ein Aquarium. Auch herumliegende Objekte wie Schaufeln oder Flaschen lassen sich als Waffe zweckentfremden.

Die Schießduelle spielen sich hingegen völlig undynamisch, da man lediglich das Fadenkreuz steuert und Indy per Knopfdruck aus der Deckung lotst. Trifft man einen Feind, läuft Indy automatisch weiter zur nächsten Deckung.

Folge dem Pfad

Das Leveldesign ist absolut linear – Erkunden ist nicht. Vor allem im Dschungel kommt man sich oft vor, als würde man durch einen Tunnel laufen, da die vorgegebenen Wege sehr schmal sind. Flugzeug- und Boot-Abschnitte lockern das Ganze etwas auf, auch wenn die Steuerung hier gewöhnungsbedürftig ist.

Die Grafik ist sehr blass und polygonarm, vermittelt aber durch die bräunliche Farbgebung etwas Indiana-Jones-Atmosphäre. Die Stöhngeräusche von Indy, etwa wenn er klettert, klingen absolut lächerlich, die Musik geht hingegen in Ordnung. Zum Glück spricht Indy mit der original Synchronstimme, auch wenn der Sprecher etwas unmotiviert klingt. Am nervigsten sind aber die Zwischensequenzen, die man nicht wegdrücken kann.

Ausgewählte Spielabschnitte kann man auch zu zweit in einem Koop-Modus spielen. Der Spaß bleibt dabei aber weitestgehend auf der Strecke, da etwa in dem Boot-Level beide Spieler lediglich die Wii-Ferndedienung herumschütteln müssen.

Überraschung!

Das Tolle an dem Spiel ist nicht das Spiel selbst, sondern ein freischaltbares Extra. Erlangt man den ersten Erfolg im Spiel, schaltet man das komplette Point-and-Click-Adventure „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ frei. Das steuert sich mit der Wii-Fernbedienung exzellent, lässt echte Indiana-Jones-Atmosphäre aufkommen und stellt das eigentliche Spiel in den Schatten.

Absolute Indy-Fans können „Indiana Jones und der Stab der Könige“ bestimmt etwas Spaß abgewinnen. Die schlechte Grafik und die ungenaue Bewegungssteuerung lassen den Titel aber ins Mittelmaß abdriften – ab und an hat der Titel aber durchaus seine Momente. Bleibt zu hoffen, dass sich Indy bald mit seiner Bullenpeitsche durch ein ausgewachsenes HD-Abenteuer auf den Konkurenz-Konsolen schlägt.

Indiana Jones und der Stab der Könige“ für die Wii wurde von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) für Kinder ab zwölf Jahre vorgesehen und kostet etwa 60 Euro.

Bilder-Quelle: Activision Presseserver


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2 Kommentare

  1. Meutecee schrieb:

    Tja, schade… In der Werbung sah es zumindest nach einem spassigen Game aus.

    Freitag, 26. Juni 2009 um 04:57 | Permalink
  2. Yitu schrieb:

    Du bestätigst nur meine Befürchtungen. Ich will entweder Point and Click oder richtige Action mit dem Controller.

    Und oft sind die Spiele ein blasser Mittelmaß-Brei.

    Schade.

    Viele Grüße aus Essen,

    Yitu

    Donnerstag, 23. Juli 2009 um 10:00 | Permalink

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