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Review/Die Sims 3: Plastik-Leben

Die unendliche Geschichte der Sims: Nach der Veröffentlichung im Jahr 2000 folgten gefühlte 100 Add-ons und diverse Konsolen-Ausflüge. Nun kehren die Sim-City-Bewohner im vollwertigen neuen Teil „Die Sims 3“ auf den PC zurück. Am Spielprinzip hat sich nichts geändert: Man lebt immer noch fremde Leben – eine gewisse Faszination kann man dem Spiel trotzdem nicht absprechen.

Alles beginnt mit einem formbaren Charakter, äußerlich, als auch innerlich – es gibt nun viel mehr Persönlichkeitsmerkmale, die den Sim beeinflussen. Der Editor ist so noch mächtiger als in den Vorgängern und man kann sich bereits dort richtig ausleben. Neu hinzugekommen sind die fünf Lebensziele, etwa Astronaut zu werden, aus denen man sich eins herauspickt. Jetzt noch schnell ein Haus gebaut und schon kann es losgehen.

Ohne Moos nix los

In der Lebenssimulation gibt es kein Hartz IV. Deswegen muss man regelmäßig malochen gehen. Der Sim verschwindet dann einfach, der Spieler bekommt von der Arbeit nichts mit. Vom Lohn kann man dann etwa sein Haus ausbauen und sich Accessoires kaufen so, wie schon in den Vorgängern.

Die Lebensziele statten das Spiel endlich mit einem handfesten Ziel aus. Auf dem Weg dorthin bekommt man immer wieder neue Aufgaben. Erledigt man diese erfolgreich, kann man seinen Sim mit Spezial-Attributen ausstatten, wie etwa der Eisen-Blase – der Sim muss nie wieder aufs Klo. „Die Sims 3“ ist natürlich nicht so komplex wie die Realität, die Entwickler haben es aber wieder einmal geschafft, eine komplexe Simulation in ein leicht zugängliches Spiel zu verpacken.

Pflegen, Hegen und wo bitte ist die Action?

Die Sims gehört zu den meist verkauftten Computerspielen der Welt. Denn die Serie erschloss mit ihrem Spielprinzip, der Gestaltung und Pflege der Sims und dem Aufbau einer Familie, eine völlig neue Zielgruppe: Frauen. Diese können darin völlig aufgehen, Männer suchen aber meist Action, die es in diesem Spiel schlicht nicht gibt.

Sie können aber ihre Zeit mit obskuren Experimenten verbringen. Etwa eine Party veranstalten und wenn alle Gäste da sind, geschwind in den Baumodus wechseln und alle Türen entfernen. Nun schmeißt man noch alle Möbel aus der Wohnung, inklusive der Toilette, und stellt eine Espresso-Maschine auf, dank der die Sims dringend aufs Klo müssen. Nun noch schnell den Zeit-Vorspul-Knopf gedrückt und das Experiment ist in vollem Gange.

Die von den Entwicklern propagierte absolute Freiheit in Teil drei ist also in gewissem Maße gegeben, das war aber auch schon in den Vorgängern der Fall.

Tamagotchi Deluxe?

Neben dem Managen des Alltags der bunten Sims-Welt, auch wenn dieser irgendwann grau wird, da auch hier Routine einzieht, kann man sich neuerdings in einer Stadt frei bewegen und etwa eine Bibliothek besuchen und neue Bekanntschaften machen. In der Stadt ist einiges los, sie wertet das Sims-Konzept ungemein auf.

Die Grafik ist hübsch und detailreich, man sollte aber schon mindestens einen Dual-Core-Prozessor, eine Geforce 8, respektive Radeon HD 4850 und 2 GByte Ram im Rechner verbaut haben. Die Animationen sind witzig wie eh und je und natürlich ist auch wieder die Sims eigene Sprache „Simlish“ mit dabei, die unter anderem aus Ukrainisch und purem Blödsinns-Gebrabbel besteht. Auch der vereinfachte Baumodus fällt positiv ins Auge.

Die Sims sind natürlich viel mehr als ein Tamagotchi, auch wenn das Grundprinzip dasselbe ist. Vor allem männliche Spieler könnten sich mit dem „Mädchen“-Spiel schwer tun. Ein Glück nehmen sich die Sims selber nicht ganz ernst und gerade das macht die Serie sympathisch. Die Freiheit ist natürlich begrenzt und jeder muss selbst entscheiden ob er auf ein Pflege-Spiel steht und damit seine Zeit verbringt oder lieber die Freiheiten und Grenzen der wirklichen Welt auslotet.

„Die Sims 3“ für PC und MAC, beide Versionen sind auf einer DVD, wurde von der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) für Kinder ab sechs Jahre vorgesehen und kostet etwa 45 Euro in der normalen Version und etwa 55 Euro für die Collector’s Edition, die unter anderem einen 2 GByte USB-Stick beinhaltet.

Bilder-Quelle: Electronic Arts Extranet


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Ein Kommentar

  1. Meutecee schrieb:

    Dank gelockertem DRM, anders als bei Spore, wird es wohl nun die Verkaufscharts wieder lange Zeit dominieren. EA kann´s gebrauchen 😉

    Donnerstag, 11. Juni 2009 um 13:39 | Permalink

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